Finissage 28.11.25 19 Uhr / in Anwesenheit des Künstlers
Es werden Arbeiten der letzten Jahre gezeigt, die sich mit den Verwerfungen der Coronazeit, der Kriegsthematik und aktuellen politischen Geschehnissen beschäftigen. Simon Rosenthal ist einer der wenigen Künstler in Deutschland, die sich konsequent kritisch und radikal in konzeptuellen Arbeiten mit relevanten Themen der Gesellschaft und Politik auseinandersetzen.
In der Zeitschrift „Kulturpolitik“ 2/24 beschreibt Simon Rosenthal seinen künstlerischen Ansatz: „Dank meiner vielen Jahre des Studiums verschiedenster Fächer, habe ich einen ganz guten moralischen Kompass und einen recht großen geistigen Werkzeugkasten, um die täglich eintrommelnden Informationsprojektile noch im Flug zu entschärfen. Die Trümmer transformiere ich in Kunstwerke, die ich in einer Art öffentliche Therapiesituation der Gesellschaft zur Verfügung stelle. Meine Therapeutika sind Provokation, Konfrontation, Humor und Bildungsvermittlung“.
Seit ca. zwei Dekaden geistert das Adjektiv „bunt“ im öffentlichen und veröffentlichten Diskurs umher. Wer „bunt“ in die Suchmaschine tippt, findet weniger Bastelanleitungen zum Kindergeburtstag für Dreijährige, sondern Bezüge zum politischen und sozialen Gemeinwesen. Buntheit wird darin zum Imperativ für ein undefiniertes Multikulti-Irgendwas, das in die Zukunft weisen soll. Dabei dient es vor allem als Identifikationsmuster und der Abgrenzung von anderen politischen Mentalitäten.
Das allgemein vorhandene Bedürfnis nach sozialer Anpassung steht dabei im Widerspruch zur anvisierten Buntheit, sprich Einmaligkeit des Individuums. Zur Kompensation dienen Buntheitssuroggate, die für Unangepasstheit stehen, aber in der massenweisen Verwendung einen grotesken Widerspruch zur Intention darstellt.
Der unpolitisch, sich links gebende Freak wird zur gesellschaftlichen Leitfigur.
In der Ausstellung werden Gemälde und Zeichnungen gezeigt, die als thematische Serie in den letzten Jahren entstanden sind.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog und ausgewählte Motive als limitierte Feinartprints.
Eine Bildschirmversion des Katalogs können Sie hier herunterladen.
Wertfrei betrachtet, ist der Übergang ein Dazwischen inmitten zweier Zustände. Ein Übergang ohne ein Davor und ein Danach ist nicht möglich. In diesem Zusammenhang wird der Zustand des Übergang als nachrangig begriffen. Das ist insofern bemerkenswert, da befreit von dieser Klammer der Übergang immer und überall vorherrscht. Der Übergang ist das Jetzt und ein permanentes Ereignis.
Die Bilder von Jurek Rotha zielen auf diesen entkontextualisierten Blick, der die ästhetische Dimension in den Mittelpunkt rückt. In der reinen Betrachtung wird aus der verwahrlosten Szenerie eine Anordnung von Formen und Farben, die einen chaotischen Prozess abbildet. Malerei, wie sie Jurek Rotha anwendet, bildet dabei das ideale Medium, um das Wesen dieses Übergangs darzustellen. Sie schafft Abstand und gibt den Blick frei auf die Schönheit des Vorgefundenen, was als „Natur“ erfahrbar wird. Natur meint hier, den beständigen Wandel der Physis durch Entstehen und Vergehen. Der nüchterne Blick auf die Schönheit ist dabei nie hundertprozentig und so mischt sich immer das Wissen um den eigenen Verfall in die Betrachtung.
Verbundenheit schafft Erleben und letztendlich die Grundbedingung, sich dem Kunstwerk zu nähern.